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Familiengeschichte von Otto und Herta Schier
Item 53
Transcription: - 4 - dahin ein weiter und schwerer Weg zurückgelegt und so manche Unannehmlichkeit in Kauf genommen werden musste. Der Betrieb vergrösserte sich nun innerhalb kurzer Zeit wesentlich,, zumal ihm einige ander Betriebe aus Berlin und Umgebung zugeordnet wurden. Aus dem Technischen Büro Berlin wurde der VEB Fernmelde-Anlagenbau Berlin und als der Bau von Funkanlagen dem Betrieb übertragen wurde, erhielt er seine jetzige Bezeichnung. Infolge von Rationalisierungsmassnahmen der VVB wurden mit wirkung vom auch noch die Fernmelde-Anlagenbau-Betriebe Magdeburg und Brandenburg dem FAB Angegliedert. Längst reichten die Räumlichkeiten in der Schönhauser Allee nicht mehr aus und so mussten ausserdem noch weitere Unterkünfte gesucht werden. Sie wurden - teilweise nur vorübergehen - gefunden: in der Nalepsstr., in der Mauerstr., am Warschauer Platz, in der Oranienburger Str., in der Brüderstr., in der Tucholskystr., in Grünau, in der Grünberger Str., in der Storkower Str. 120 und endlich in den jetzigen Objekten in der Storkower Str. Dabei waren an den einzelnen Stellen immer nur Abteilungen oder sogar nur Teile von abteilungen untergebracht. Gans besonders schlecht waren die Lagerverhältnisse. Hier reichten die Räume zur Unterbringung der Bestände bei weitem nicht aus und die Suche nach freien Räumlichkeiten ging soweit, dass jedes frei werdende Kino, jeder verfügbare S'Bahnbogen, ja sogar ein ehemaliger Pferdestall in Lichtenberg gemietet wurden. wie ungeheuer schwer unter derartigen Umständen die Materialverwaltung und - disposition seinerzeit war, ist leicht vorstellbar. Im Laufe der Zeit war auch eine einwandfreie Betriebsabrechnung eingerichtet worden. Hier wurden nun alle Kosten und Erlöse erfasst und daraus das Betriebsergebnis ermittelt. Dabei erfolgte stets ein Plan-ist-Vergleich und damit auch die Feststellung aller Planabweichungen.
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Familiengeschichte von Otto und Herta Schier
Item 51
Transcription: - 3 - haltung eingestellten Kolleginnen und Kollegen kamen aus der Industrie, aus dem Handel, aus der Verwaltung usw. Jeder der Mitarbeiter hatte eine gewisse Vorstellung von seiner Arbeit und erledigte sie nach besten Wissen und Gewissen. Das galt im übigen auch für alle anderen kaufmännischen Abteilungen. Dass unter solchen Zuständen ein einwandfreier Jahresabschluss unmöglich war, ist selbstverständlich und so wurde dann auch die erste Bilanz für das Jahr 194 9 9 von der vVB verworfen. Es waren als Kosten Beträge erfasst worden, die Investitionen darstellten und umgekehrt. Weiterhin simmte der Ausweis der Lagerbestände, der Ausweis der UE und damit natürlich auch das ausgewiesene Betriebsergebnis nicht. Die Bestände der UE waren sogar nur geschätzt worden, da eine Übersicht über die Abgänge seinerzeit noch nicht vorlag. Die Bilanz musste deshalb korrigiert werden. So etwas wiederholte sich jedoch nie wieder. Es galt aber noch mit anderen Schwierigkeiten fertig zu werden. Der Betrieb arbeitete nun und war der vVB RFT zugeordnet, war aber nicht in deren Finanzplan enthalten. Somit hatte der Betrieb weder Eigenmittel noch Bankkredite zur Verfügung um Löhne und andere Verbindlichkeiten zu bezahlen. Der Betrieb wurde deshalb zusätzlich mit dem Verkauf von Radioapparaten beauftragt; damals ein sehr lukratives Geschäft mit grossem Umsatz undkurzfristigen Erlösen, die für den Betrieb besonders wichtig waren. Der noch fehlende Richtsatzplankredit wurde durch Verlindlichaus Warenlieferungen ersetzt. Es gehörte ein grosses Geschick dazu, diese Schwierigkeiten zu meistern, aber es wurde letzten Endes doch geschafft. Warum eigentlich dieser Rückblick? Er soll den Kolleginnen und Kollegen, die den Betrieb erst kennenlernten, als er bereits in der Storkower Strasse untergebracht war, un die von all diesen Schwierigkeiten nichts wissen, vor Augen führen, dass bis
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Familiengeschichte von Otto und Herta Schier
Item 49
Transcription: - 2 - In dem Raum waren damals schätzungsweise 49 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt. Ohne Trennwände waren hier untergebracht: das Personalbüro, das Lohnbüro, die Kasse, der Grundkostennachweis, die Reisekostenstellen, die Abrechnung und ein Teil der Buchhaltung. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Volltändigkeit. Es waren mit Sicherheit noch mehr Struktureinheiten dort vertreten, doch die hat der Schteiber dieses Rückblickes nicht mehr im Gedächtnis. Was ihm jedoch im Gedächtnis haften blieb, ist das Klingeln der vielen Fernsprechapparate, das Durcheinander der Telefongespräche, wenn zehn oder noch mehr Gespräche gleichzeitig geführt wurden, das Kommen und Gehen sowie das Verhandeln im Personalbüro und im Lohnbüro (hier auch damals schon ziemlich lebhaft). Alles in allem war das konzentrierte Arbeiten unter diesen Umständen ausserordentlich schwer. Wie bereits erwähnt, war in der Schönhauser Allee nur ein Teil der Buchhaltung untergebracht und zwar der Leiter der Buchhaltung, das Lohnbüro, eine weitere Kollegin und nun auch der "Neue". Die Finanzbuchhaltung und die Kontokorrente befanden sich damals in der Mauerstrasse. Zu diesem zeitpunkt gab es noch keine Grundmittelbuchhaltung und auch noch keine einwandfreie Betriebsabrechnung. Die Kosten und die Erlöse wurden noch einzeln durch die Finanzbuchhaltung erfasst. Dafür aber gab es in der Mauerstrasse noch einen weiteren Leiter der Buchhaltung, so dass also zwei Leiter die Arbeiten der Buchhalter lenken und leitenn sollten. Doch damit noch nicht genug, wurde von der damaligen Leitung des Betriebes der Abteilungsleiter der "Allgemeinen Verwaltung" als Hauptverantwortlicher für die Buchhaltung eingesetzt und dies von den beiden Leitern der Buchhaltung akzeptiert! Nun gab es seinerzeit noch keine Branche-Richtlinien, keine Arbeits- oder Organisationsanweisungen und Gesetzblätter mit Vorschriften für das Rechnungswesen der VKB lagen noch nicht vor. Die für die Buch-
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Familiengeschichte von Otto und Herta Schier
Item 47
Transcription: Erinnerungen eines Buchhalters. Am 21. Dezember 1949 trat ein neuer Finanzbuchhalter in den Dienst des damaligen Technischen Büros Berlin der VVB-RFT Leipzig. Der Betrieb befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Schönhauser Allee. Der Arbeitsraum war etwa 16 x 20 m grosser "Saal", in dem mindestens 30 Schreibtische oder sowas ähnliches standen. Dabei war es aber so, dass nicht jeder Kollege einen Arbeitstisch so ganz allein für sich in Anspruch nehmen konnte. Kam nun ein neuer Kollege, so musste noch irgendwie zusammengerückt werden. Der neue Kollege hatte nun natürlich zuerst einmal den Wunsch, seinen Mantel, Schal und Hut bis zum Feierabend unterzubringen. Wie das möglich war, das hatte er schon sofort beim Eintritt in den "Saal festgestellt, denn rundherum an den Wänden hingen all diese im Winter so notwendigen Kleidungsstücke der anderen Kollegen. Hammer und etsprechend lange Nägel waren Vorhanden und so suchte man sich noch einen freien Platz aus und haute auch einen Nagel in dien Wand. Das Einschlagen des Nagels war kein Problem, da der "Saal" nicht verputzt und die Gefahr, zufällig auf einen Stein zu kommen, vollkommen ausgeschlossen war. Es war jedoch gut, wenn man eine Zeitung bei sich hatte, denn dann konnte man diese erst einmal auf den Nagel piken, bevor man seinen Mantel daran aufhängte. Der "Saal" war nämlich rundherum geweisst worden, damit er einladender aussah. Allerdings war von dieser Verschönerung nicht mehr viel zu sehen, weil sie durch die Zeitungen und Mäntel fast völlig verdeckt wurde. An dem einen Ende des Raumes stand ein kleiner eiserner Ofen, der laufend tüchtig geheizt wurde, mit dem Erfolg, dass die Kollegen, die ihren Arbeitsplatz zufällig in der Nähe des Ofens hatten, es vor Hitze kaum aushalten konnten, während den anderen Kollegen am anderen Ende des "Saales" vor Kälte die Zählne klapperten.
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Brief von Philipp Reemtsma an Wolf Erwin Alexander von Waldow
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Description: Der Brief stammt aus dem Nachlass meines Großvaters, Wolf Erwin Alexander von Waldow. Er war seit 1938/39 für die Firma Reemtsma, Hamburg, tätig und dort für den Bereich Orienttabake zuständig. Nach familiärer Überlieferung bestand ein gutes Verhältnis zur Familie Reemtsma. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste mein Großvater das Unternehmen verlassen. Als Grund wird einerseits genannt, dass es für Orienttabake keine Abnehmer mehr gab. Eine alternative Überlieferung besagt, dass er seinen Posten zugunsten eines jüdischen Mitarbeiters räumen sollte, der 1938 emigriert war und nach Kriegsende zurückkehrte.
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Kennkarte Anna Weyland aus Mannheim von 1946
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Description: Kennkarte mit Foto, ausgestellt 10.9.1946 in Mannheim, gültig bis 10.9.1951. Gestempelt vom 10.POl.-Revier Mannheim mit Unterschrift des ausfertigenden Beamten. Gestempelt auf der Rückseite "politisch überprüft" vom Polizeipräsidium Mannheim und Datum 30.12.1947
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Postkarte, Urlaubsgrüße aus Westerland, Sylt von Lilo an Helga und Ilse Daume in Dresden, 08.08.1948
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Description: Lilo schreibt an Helga und Ilse Daume von ihrem Urlaub auf Sylt im Sommer 1948.
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Familiengeschichte von Otto und Herta Schier
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Description: Die Beiträgerin Edelgard Serick (geb. Schier) - zu sehen rechts auf ihrem Einschulungsfoto mit ihrer Freundin Ingrid, schreibt: "Vor über 20 Jahren habe ich für meine Kinder und Enkel unsere Familiengeschichte aufgeschrieben. Der erste der fünf Teile umfasst die Zeit von meiner Geburt Ende 1944 bis zu Einschulung 1950 (basierend im wesentlichen auf Erinnerungen meiner Mutter). Vielleicht ist Einiges ja interessant für Ihre Thematik '80 Jahre Kriegsende – Befreiung Europas'." Edelgard Serick wurde am 26. Oktober 1944 in Berlin als Tochter von Adolf Franz Otto Schier (1906 – 1984) und Margarete Anna Herta Schier, geb. Janetzky (1919 – 2011) geboren. In dieser Zeit arbeitete ihr Vater bei der DVL (Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt) und ihre Mutter bei der Sparkasse in Eichenwalde. Ihr Vater wurde durch seine Tätigkeit bei einem kriegswichtigen Betrieb nicht eingezogen. Gegen Kriegsende wurde er jedoch Mitglied des Volkssturmes und übernahm den Wachdienst während Luftangriffen in seinem Betrieb. Sein Arbeitgeber forderte einen Teil der Belegschaft auf, vor der Roten Armee in eine Zweigstelle der DVL nach Travemünde zu fliehen. Dort erlebte er das Ende des Krieges. Nach Kriegsende waren in der Siedlung in Berlin-Johannisthal, in der Edelgard Sericks Familie lebte, viele Häuser von russischen Soldaten besetzt. Da auch das Haus der Familie Serick besetzt worden war, lebten sie vorübergehend bei einer Nachbarin. Ihre Mutter erinnert sich an einen einfachen Soldaten aus Leningrad (heute St. Petersburg), der von ihr Deutsch lernen wollte. Er brachte heimlich ihrer Tochter Edelgard Lebensmittel mit. Ab Kriegsende bis einschließlich 1949 war ihr Vater bei der von der sowjetischen Besatzungsmacht errichteten ATB (Auto-Technischer Betrieb) angestellt. Zunächst legte er hier Maschinenteile für den Transport in die Sowjetunion auseinander, später erhielt er einen Verwaltungsposten im Unternehmen. Der Job brachte einen besonderen Vorteil: Neben den Lebensmittelkarten gab es jeden Monat eine Sonderration, die je nach Position unterschiedlich großzügig ausfielen. Ab 1949 arbeitete in einem neugegründeten technischen Betrieb. Während ihr Vater an den Maschinen arbeitete, machte sich ihre Mutter auf den Weg ins Berliner Umland, um Lebensmittel zu besorgen – wie viele Berliner damals. Die Unterlagen stammen aus dem Zeitraum von 1945 bis 1950. Sie enthalten mehrheitlich Dokumente des Vaters: Arbeitszeugnisse, ein Bericht des Vaters über das Büro des neuen Betriebs aus dem Jahr 1949, eine Ausweiskarte und ein polizeiliches Führungszeugnis sowie Bankdokumente von Edelgard Serick und ein Foto von ihrer Einschulung aus dem Jahr 1950. Der erste Teil der Familienerinnerungen von Edelgard Serick ist ebenfalls in der Story enthalten.
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