Familiengeschichte von Otto und Herta Schier

Die Beiträgerin Edelgard Serick (geb. Schier) - zu sehen rechts auf ihrem Einschulungsfoto mit ihrer Freundin Ingrid, schreibt: "Vor über 20 Jahren habe ich für meine Kinder und Enkel unsere Familiengeschichte aufgeschrieben. Der erste der fünf Teile umfasst die Zeit von meiner Geburt Ende 1944 bis zu Einschulung 1950 (basierend im wesentlichen auf Erinnerungen meiner Mutter). Vielleicht ist Einiges ja interessant für Ihre Thematik '80 Jahre Kriegsende – Befreiung Europas'." Edelgard Serick wurde am 26. Oktober 1944 in Berlin als Tochter von Adolf Franz Otto Schier (1906 – 1984) und Margarete Anna Herta Schier, geb. Janetzky (1919 – 2011) geboren. In dieser Zeit arbeitete ihr Vater bei der DVL (Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt) und ihre Mutter bei der Sparkasse in Eichenwalde. Ihr Vater wurde durch seine Tätigkeit bei einem kriegswichtigen Betrieb nicht eingezogen. Gegen Kriegsende wurde er jedoch Mitglied des Volkssturmes und übernahm den Wachdienst während Luftangriffen in seinem Betrieb. Sein Arbeitgeber forderte einen Teil der Belegschaft auf, vor der Roten Armee in eine Zweigstelle der DVL nach Travemünde zu fliehen. Dort erlebte er das Ende des Krieges. Nach Kriegsende waren in der Siedlung in Berlin-Johannisthal, in der Edelgard Sericks Familie lebte, viele Häuser von russischen Soldaten besetzt. Da auch das Haus der Familie Serick besetzt worden war, lebten sie vorübergehend bei einer Nachbarin. Ihre Mutter erinnert sich an einen einfachen Soldaten aus Leningrad (heute St. Petersburg), der von ihr Deutsch lernen wollte. Er brachte heimlich ihrer Tochter Edelgard Lebensmittel mit. Ab Kriegsende bis einschließlich 1949 war ihr Vater bei der von der sowjetischen Besatzungsmacht errichteten ATB (Auto-Technischer Betrieb) angestellt. Zunächst legte er hier Maschinenteile für den Transport in die Sowjetunion auseinander, später erhielt er einen Verwaltungsposten im Unternehmen. Der Job brachte einen besonderen Vorteil: Neben den Lebensmittelkarten gab es jeden Monat eine Sonderration, die je nach Position unterschiedlich großzügig ausfielen. Ab 1949 arbeitete in einem neugegründeten technischen Betrieb. Während ihr Vater an den Maschinen arbeitete, machte sich ihre Mutter auf den Weg ins Berliner Umland, um Lebensmittel zu besorgen – wie viele Berliner damals. Die Unterlagen stammen aus dem Zeitraum von 1945 bis 1950. Sie enthalten mehrheitlich Dokumente des Vaters: Arbeitszeugnisse, ein Bericht des Vaters über das Büro des neuen Betriebs aus dem Jahr 1949, eine Ausweiskarte und ein polizeiliches Führungszeugnis sowie Bankdokumente von Edelgard Serick und ein Foto von ihrer Einschulung aus dem Jahr 1950. Der erste Teil der Familienerinnerungen von Edelgard Serick ist ebenfalls in der Story enthalten.

Show More
 
 
 
 

CONTRIBUTOR

Mitforschen Stabi

DATE

1944-10-26 - 1950-08-01

LANGUAGE

de

ITEMS

111

INSTITUTION

PROGRESS

START DATE
TRANSCRIBERS
CHARACTERS
LOCATIONS
ENRICHMENTS

Generating story statistics and calculating story completion status!

METADATA

Creator

Edelgard Serick (geb. Schier) (26.10.1944, Berlin)

Contributor

Mitforschen Stabi

Date

1944-10-26
1950-08-01

Type

handwritten

Language

de

Identifier

BE820

Country

Deutschland

DatasetName

Berlin 1945

Begin

1944-10-26

End

1950-08-01

Language

Deutsch

Agent

Margarete Anna Herta Schier (geb. Janetzky) (06.07.1919, Posen)
Adolf Franz Otto Schier (15.02.1906, Berlin)

Provenance

BerlinOnline

Record ID

01K3KPP8Y2ZFVGANE9C9GAW5QQ

Discover Similar Stories

 
 
 
 

Familiengeschichte von Madlen Gericke (geb. Hausen), Flucht aus Gotenhafen nach Störkathen/Schleswig-Holstein

16 Items

Frau Gericke (geb. Hausen) wurde in Gotenhafen / Gdynia / Gdingen geboren. Sie war zwei Jahre alt, als sie mit ihrer Familie Gotenhafen verlassen mussten. Sie ist mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern mit einem Schiff über die Ostsee geflohen. Sie sind zuerst in Kiel angekommen. Später wurden sie bei Bauern in Störkathen einquartiert. Ihr Onkel, Felix Schokhoff und ihre Tante, Gerda Schokhoff (geb. Hausen) kamen ebenso von Gotenhafen geflohen und wurden bei Ihnen in Störkathen untergebracht. Ursprünglich stammt die Familie Hausen aus dem Baltikum. Sie wurden als Deutsch-Balten 1939 nach Gotenhafen zwangsumgesiedelt. Felix Schockhoff wurde in Baku geboren. 1 sw Foto Vogelschießen, Kinderumzug, erstes Mädchen im weißen Kleid rechts neben der Frau ist Madlen Gericke 1 sw Foto Behausung, Kate (Hütte) in Störkathen, im Vordergrund Apfelbaum und Hühner 2 Ausweise von Herrn Felix Schokhoff, von Frau Gerda Schokhoff, beide ausgestellt am 21.08.1945 1 Trauschein von Felix Schokhoff und Gerda Hausen, 25.01.1945 1 Postkarte, Absender Schokhoff, Gotenhafen 24.01.1945 1 Postkarte, Absender Schokhoff, Gotenhafen 13.02.1945 1 Postkarte, Absender Schokhoff, Kiel 02.04.1945 (nach der Flucht vom Kiel-Hafen) Beschreibung der letzten Tage in Gotenhafen vor der Flucht

Go to:
 
 
 
 

Otto Kozuskewicz und Eva Ostrowski - Familienstammbuch, Heiratseintrag vom 7. Oktober 1950

40 Items

Familienstammbuch von Otto Kozuskewicz und Eva Ostrowski mit ihrem Heiratseintrag vom 7. Oktober 1950, Standesamt Berlin Charlottenburg von Groß-Berlin

Go to:
 
 
 
 

Briefe von Christa und Käthe Rauschenbach

4 Items

In dem Brief meiner Großmutter berichtet diese von einem Brandanschlag russischer Soldaten auf das damalige Wohnhaus in der Breitestr. 6, Pankow, Ostberlin, damals im sowjetischen Sektor. Zusätzlich wird über die aktuelle familiäre Situation berichtet. Tochter Christa lebte bis Januar 1945 bei den Eltern. Auf Veranlassung Professor Kornmüllers floh sie als Assistentin mit einigen Kolleg*innen ihres Institutes für Hirnforschung (Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft) im Januar nach Göttingen. Dadurch begann ein regelmäßiger Briefwechsel über die jeweilige Lebenssituation. (Teile meiner Gesamtdokumentation von Familienbriefen und weiteren Dokumenten "Meine liebe Kleine." - Eine Familie schreibt Briefe, 1945 - 1950, Band 1)

Go to: